Tharemis II
Hauptstadt und zugleich größte Stadt Condras. Von den ersten Siedlern vor etwa 500 Jahre in einem engen Tal erbaut und durch seine zentrale Lage an den wichtigsten Handelsrouten schnell gewachsen. Unter den Nekanern residierte hier König Nabekius I. Das wichtigste Ereignis in der jüngeren Geschichte war wohl der Sturm auf Tharemis, der gleichzeitig Höhepunkt und Ende des jahrelangen Bürgerkriegs darstellte der Condra lange Jahre beherrschte. Die Breschen, welche in der Nacht vor dem Angriff an fünf verschiedenen Stellen auf unerklärliche Weise in die Stadtmauer geschlagen wurden gelten heute als heilige Orte. Wichtige Orte in Tharemis:
===== Die Ratsburg =====
Eines der ältesten Gebäude Condras. Hier residierten Jahrhundertelang die Mitglieder des hohen Rates. So auch heute.
Der Tempelbezirk – direkt am Marktplatz liegt der Haupttempel der Hydracor-Kirche. Er stellt sowohl den Amtssitz der sieben Hohepriester dar als auch des Hydrofex Maximus. Im Anschluss an die heiligen Stätten finden sich außerdem Schulen und Badehäuser. Der Vorplatz des Haupttempels, der direkt an den Marktplatz anschließt, ist Schauplatz fast aller wichtigen öffentlichen Zeremonien, so zum Beispiel dem Mittwinterfest, den Festen zum Sturm-tag oder anderen wichtigen religiösen Feiertagen.
===== Die Akademie =====
Cantus Harmoniae, die sechssaitige Lyra im Hexagramm ist zugleich Wappen wie auch Sinnbild der alten Schule der arkanen elementaren Künste. Unterteilt in sechs Häuser ist ein jedes Haus bemüht die Geheimnisse und Mächte seines Elements zu entfesseln und zu bändigen. Der Lehrbetrieb gilt als sehr anschaulich und Praxis-orientiert.
===== Der Markt =====
Nach den politischen Wirren und der Blutnacht von Schieferbruch kann der Markt von Tharemis wohl als der größte in Condra gelten, auch wenn Einwohner Nektors selbiges von ihrem behaupten.
===== Der Haller =====
Als eine der vielen Tavernen in der Nähe des Tempels erlangte der Haller während der Zeit des Untergrunds große Bedeutung als Treffpunkt des Widerstands und wichtiger Umschlagplatz. Traurige Berühmtheit erlangte er als hier durch die Denunziation des damaligen Schankwirts sowohl Fürst Tasillo aus Grenzbrück als auch die heutige Ratsherrin Ilayda Wolfslauf und ihr Gefährte Felian Alberson in Gefangenschaft gerieten. Heute gilt die vom Zwergenwirt Angus „Rostbart“ Mckenzie geführte Taverne als eine der ersten Adressen am Platz und sowohl Vertreter des Rates, der Akademie wie auch des Klerus kehren hier gerne ein um das dunkle Zwergenbräu zu probieren.
===== Das Tintenfass =====
Umgangssprachlicher Name für den alchemischen Markt in Tharemis. In seiner Art als auch seiner Größe wohl einzigartig. Unter den Nekanern nur ein kleiner Bereich des gesamtern Marktes in dem Farbstoffe und eben Tinten feilgeboten wurden entwickelte sich das Tintenfass nach dem Bürgerkrieg zu einem der wichtigsten Umschlagplätze für Alchemistische Produkte aller Art…. Durch seine schiere Größe aber auch bedingt durch die zum Teil gewöhnungsbedürftigen Gerüche der feilgebotenen Waren trennte sich das Tintenfass bald vom restlichen Markt und befindet sich nun zweimal in der Woche am Südtor, auf dem freien Platz auf dem vor dem Bürgerkrieg die Druckerei der Condrafanfare stand. Auch den schnellen und weisen Entscheidungen des Hohen Rates in Bezug auf das Legalisieren solcher Produkte ist es wohl zu verdanken, dass das Tintenfass heute einer der wichtigsten und stärksten Antriebe der Condreanischen Wirtschaft ist.
===== Die Südgarnission =====
Etwa einer halbe Meile südlich der Stadttore in einer Flussbiegung liegt die Südgarnission. In der Zeit des Bürgerkriegs lagerten hier die ersten fünf Kohorten der elften Legion. Nahe der Stadt waren ihre Aufgaben sowohl deren Verteidigung als auch bis zuletzt das niederschlagen von Aufständen innerhalb der Mauern. Die Verteidigungswälle und Gräben rings um die Anlage erheben sich noch immer unberührt und nie von Angreifern überwunden. Und dennoch griffen die fünfhundert Soldaten die hier lebten nicht in die Schlacht um Tharemis vor drei Jahren ein. Man erzählt sich von umhergehenden Geistern, von Phantomen, die noch immer ihren Wachdienst versehen und den Ort verteidigen an dem sie einst starben. Die Priester predigen, dass es der Zorn Furathas war der in der Nacht vor der Schlacht die Männer und Frauen traf, als der Nebel vom Fluss heraufzog und sich schwer über die Garnission legte. Eben dieser Nebel soll sie verschlungen haben fortgerissen ins Nirgendmeer. Kennt man die Art und Weise, in der die Condreanischen Rebellen Krieg zu führen pflegten mögen sich noch andere Erklärungen anbieten wie in nur einer nebligen mondlosen Nacht soviele Menschen starben, aber Fakt ist, das die Garnission nie geplündert wurde trotz der vielen Waffen, Rüstungen und der nie gefundenen Kriegskasse der elften Legion die dort noch immer ruhen.
===== Die Fakultät und Mediathas Hallen kurz Medikum =====
Beide Einrichtungen wurden fast zeitgleich etwa ein Jahr nach Kriegsende eröffnet. Die Fakultät wurde finanziert durch die Akademie während das Medikum aus Geldern des Klerus gezahlt wurde. So steht es den Kranken und Siechen ganz Condras frei zu wählen ob sie sich in die Hände der erfahrenen Heilmagier und deren Schüler geben oder ob sie ihre Heilung in den Gebeten, Bädern und Salbungen der Priester suchen. Grade dem nie ganz offen geführten Konflikt zwischen Akademie und Kirche ist es wohl zu verdanken, das Tharemis über die beste medizinischen Versorgung des Landes verfügt.
Tileam II [Stadt]
An der Nordküste Condras ganz im Osten liegt versteckt in einer kleinen felsigen Bucht das schöne Örtchen Tileam. Der Eingang zur Bucht liegt so günstig zwischen den Felsen, dass man von weitem kaum erkennt, dass es dort überhaupt eine Einfahrt gibt. Entgegen des ersten Eindrucks ist das Hafenbecken der Stadt gut ausgebaut. Eine breite Schneise führt durch die felsigen Untiefen und macht es so auch für größere Schiffe die tief im Wasser liegen möglich, bis an die Kaimauer heran zu fahren. Einige Schiffswracks, die immer noch auf den Felsen stecken, zeugen davon, dass die Einfahrt tückisch ist und es empfiehlt sich, die Anfahrt nicht ohne einen örtlichen Lotsen zu probieren.
Im Hafenbecken selbst liegen meist mehrere kleine Fischerbote, jedoch nur wenige große Schiffe. Der Hafen wird von großen Lagerhäusern gesäumt an denen zu fast jeder Tageszeit rege Betriebsamkeit herrscht. Zentral an den Hafen angeschlossen ist der große Platz von Tileam. Er wird gleichzeitig als Marktpaltz, Versammlungsort und Warenumschlagplatz genutzt. In der Mitte befindet sich ein großer Brunnen. Und seit der neue Vogt Amspfälser im Amt ist, ziert diesen Brunnen eine Statue der aus Tileam stammenden Rebellin und Volksheldin Kira. Von diesem zentralen Ort gehen Tileams Hauptstraßen ab. Je weiter man sich vom Hafen entfernt desto schlechter wird die Qualität der Straßen. Der Hafenbereich und der Platz sind komplett mit Kopfstein gepflastert, wohingegen die meisten Straßen höchstens einen hölzernen Steg haben. Auch die Häuser Tileams haben eine ganz unterschiedliche Qualität. Einige Häuser scheinen einfach leer zu stehen während andere, scheinbar nach einem Brand, notdürftig wieder Aufgebaut wurden. Es gibt aber auch einige gut gepflegt Fachwerkhäuser denen man sogar noch ansehen kann das sie eigentlich weiß geputzt sind. Im Süden wird Tileam fast natürlich von den Vennen begrenzt. Jegliche Versuche dort mehr Boden zu gewinnen versanken im Schlamm.
Westlich des Ortes hat man es zwar geschafft den Vennen zumindest Landwirtschaftlich nutzbaren Boden ab zu trotzen. Dies ist aber eher der legendären Sturheit der Tileamer zu verdanken, als der Brauchbarkeit des Bodens. Das restliche Umland Tileams wird von kargen Wiesen geprägt die zumeist in steilen Klippen im Meer enden. Diese struppigen Weiden bieten den paar, mageren Tieren eine eher dürftige Lebensgrundlage, und so ernähren sie die Tileamer hauptsächlich vom Fischfang.
Wer den Hafen von Tileam einfährt wird sich wohl fragen, warum keiner die auf Grund geschlagene Schiffswracks in der Bucht entfernt. Jedoch hat man nach einigen missglücken Versuchen beschlossen die Schiffe so zu nutzen wie sie sind. Einige wurden mit Holzstegen miteinander verbunden und andere sind über kleine Boote zu erreichen. In den größeren Schiffen haben sich so eine Art Tavernen gebildet die viel Schlafmöglichleiten für Reisende bieten. Währende die kleineren gerne als Versammlungsort für Treffen genutzt werden bei denen man auf unnötige Ohren verzichten möchte.
Eine weiter Besonderheit Tileams ist wohl seine Einwohnerzahl: während wohl kaum mehr als 500 Bürger Tileam ihr permanentes Zuhause nennen liegt die Zahl der Leute, die sich dort aufhalten, wohl eher bei 1500 Menschen.
Um nun zu verstehen, was für einen Menschenschlag in Tileam lebt, muss man einen kleinen Ausflug in die Geschichte Condras machen. Durch Tileams spezielle Lage, im Süden durch die Sümpfe geschützt und im Norden durch die Küste getarnt und so schwer erreichbar, waren die Leute dort schon immer eigenbrödlerich. Sie hatten kaum etwas mit dem restlichen Condra zu tun. Das führte dazu dass in der Zeit als die Nekaner die Macht über das Land ergriffen Tileam irgendwie übersehen wurde. In der Anfangszeit der Besatzung fungierte Tileam also in erster Linie als Schmugglerhafen um die nekanischen Zölle zu umgehen. Mit der wachsenden Macht des Widerstandes und der steigenden Unmut des condrianischen Volkes wurde Tileam auch immer mehr und mehr von den Rebellen genutzt. Verbündete konnten dort ohne das Wissen der Nekaner anlanden. Es wurden auch Waffen und andere Hilfsgüter über diesen Weg ins Land gebracht. Nachdem der Krieg aber gewonnen war, fiel Tileam ein ganz besonderes Schicksal zu. Die Rebellen überließen den Grenzbrückern zum Dank für ihre Hilfe im Krieg, das Recht Tileam als Hafen zu nutzen. Dies kam dem kleinen Schmugglernest zunächst sehr zugute. Die Grenzbrücker bauten das Hafenbecken aus und errichteten die Durchfahrtsschneise. Dies war für sie unbedingt notwendig da ihre Flotte größtenteils aus schweren Kriegsschiffen bestand. Es entstanden auch einige neue Lagerhäuser und die Tileamer musten feststellen das auch der legale Seehandel ein durchaus lukratives Geschäft ist. Etwa ein Jahr lang lief alles zu jedermanns Zufriedenheit. Doch dann kam es zu einem Politischen Drama. Kira, die gebürtig aus Tileam stammende Rebellenkämpferin, wurde in Grenzbrück verurteilt. Dies quittierten die Bürger Tileams damit das sie einen Aufstand, wohl besser einen Mob, gegen die anwesenden Grenzbrücker führten. Bei diesem Zwischenfall kamen mehrere Grenzbrücker Soldaten und Würdenträger ums Leben. Der Vergeltungsschlag der gegen die Bürger Tileams war verheerend. Die Grenzbrücker erklärten den Hafen zu ihrem Staatsgebiet in dem ihre Gesetze gelten. Großmütig gestatteten sie all jenen die sich ihrem Joch nicht fügen wollten zu gehen. Und so blieben nur nur die Alten und schwachen und die ganz sturen in Tileam zurück während der Rest der Bevölkerung ich einem langen verlustreichen Zug durch tiefsten Winter einen Weg ins Herzen Condras erkämpfte. Dieser Zug ist als der Marsch der Tränen bekannt.
Nun Folgte eine Zeit mit sehr verhaltenen Beziehungen zum Rest von Condra. Viele Tileamer fühlten sich verraten und im Stich gelassen. Und die doch eher strenge Herschafft aus Grenzbrück schaffte es auch nicht den Willen der Condrianer zu beugen. Doch auch diese dunkle Zeit Tileams sollte nicht lange anhalten. Durch politische Veränderungen in Grenzbrück viel Tileam in die Verwaltung von Markgraf Jerevan zu Arkenwald. Dieser, der stets um eine gutes Verhältniss zu Condra bemüht war, schenkte Tileam dem Condrianischen Volk zurück. Doch inzwichen war Tileam voll von Grenzbrücker und Fremden. Und auch die alt Tileamer hatten inzwischen in Neu-Dunkelbach ein zuhause gefunden. So zogen nur wenige zurück nach Tileam. Auch der Hohe Rat maß Tileam nicht viel Bedeutung zu, hatten sie doch nun den, viel leichter zu erreichenden, Hafen Port Wolfslauf. Und so wurde Tileam immer mehr zu einem Ort in dem sich zwielichtiges Gesindel von Land und Meer sammelte. Während der Rest Condras in Gebiete der Vögte aufgeteilt wurde rauften sich in Tileam einige einflussreiche Kapitäne in Kapitänsrat zusammen.
Erst als der Kapitänsrat den mehr oder weniger aus dem nichts aufgetauchte Eusebius Amsfelder zum Vogt von Tileam efrklärten näherte sich Tileam wieder dem Rat und dem Rest Condras an. Der Vogt ist äusserst beliebt, nicht zuletzt weil er seinen Amtsantritt mit 2 Tagen Freibier und der Errichtung der Statue Kiras gefeiert hat.
Es ist unklar ob der Vogt nur eine Figur des Kaperrates ist oder ob er wirkliche Macht hat. Doch eins ist klar er leitet die Vogtei mit den seltsamsten und exotischsten Condrianern. In Tileam kann man wohl wirklich alles bekommen, wenn man nur den Richtigen fragt.
